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Was bringt mir die Freimaurerei?

Spirituelles Erleben - Brüderliches Beisammensein - Persönliche Entwicklung - Freigeistiges Denken


Zu allen Zeiten haben Männer die Aufnahme in eine Loge gesucht, um gesellschaftliche und brüderliche Kontakte zu Gleichgesinnten zu suchen. Zu Männern also, die sich auf die Suche nach einem tieferen Sinn Ihres Seins gemacht haben,

die nach Wahrheit als höchstem Gut streben.

Gleichzeitig ist die Freimaurerei keine dogmatische Vereinigung, ja nicht einmal eine Religion. Sie ist ein eklektischer Bund, der höchste Freiheit zulässt und einmal Erkanntes nicht als unumstößlich hinstellt.

Erkenntnis ist im weitesten Sinne immer die Erkenntnis des Einzelnen, die für den anderen Bruder nicht verbindlich ist. Ein Grund, warum die Freimaurerei so berühmte Freidenker wie Mozart, Lessing oder Tucholsky in ihren Reihen hatte.

Eine bestimmte Richtung der Entwicklung braucht jeder Mensch, gleichzeitig lässt sich aber nicht jeder gern festhalten und an bestimmte Regeln binden. In der Königlichen Kunst verpflichtet sich der Einzelne nur auf die Grundwerte der Freiheit und Toleranz, der Brüderlichkeit und der Humanität.

Ziel der Freimaurerei ist die Hilfe zur erwähnten Entwicklung des einzelnen Bruders zu einem besseren Menschen.

Hierfür bestehen in der Loge die Symbole des rauhen Steines und des kubischen, also in eine Form gebrachten, Steines.

Zur Bearbeitung eines Steines (übertragen: der eigenen Person) benötigt man natürlich Werkzeuge, die ebenfalls symbolisch dargestellt werden. Bringt man sich selber nun mit Geduld und immerwährender Arbeit in die kubische Form des Steines, kann man in das Mauerwerk eingefügt werden. In der Königlichen Kunst ist dieses Mauerwerk das des legendären Salomonischen Tempels, dessen geistige Errichtung für uns Freimaurer als Bau an einer besseren Menschheit gesehen wird.

Ein Ziel, für das es sich lohnt, zu arbeiten.



Warum in der heutigen Zeit Freimaurer sein?
Was ist der Freimaurer?
Was ist seine Bestimmung?
Wie kann er sie verwirklichen?

Freimaurer sind Bauherren. Ihnen schwebt eine Aufgabe vor, Werte, die sie verwirklichen wollen, eine Idee, die Ihnen als Möglichkeit anvertraut wurde, eine Hoffnung für menschliches Sein in der Zukunft auf dieser Erde. Freimaurer sind freie Männer, die anerkennen, dass an sie Ansprüche gestellt werden, denen gerecht zu werden nicht eine Sache der Lust und Laune, des persönlichen "Dafür- oder Dagegenhaltens" ist, sondern, dass sie diese unter Zurückstellung des persönlichen Vorteils zu erfüllen haben.

Freimaurer sind Brüder. Sie wissen, dass der Mensch ohne Kontakt zu anderen Menschen an der Seele Schaden nimmt. Menschsein beginnt erst zu zweit und wird zu einem Erlebnis in der Gemeinschaft. Die Stärke eines Einzelnen ist begrenzt, wer Großes wagen will, braucht Teilnahme und Teilhabe durch andere, durch Gleichgesinnte.

Freimaurer sind Bauleute und Bausteine zugleich, auch Lehrlinge, Gesellen und Meister, je nach Eifer, Maß und Ordnung. Sie arbeiten, wo immer sie stehen, an der eigenen Veredelung.

Ihr Ziel ist das Hohe, sind unsere gemeinsamen Ideale. Sie wenden sich ab von allem Kleinlichen, Niedrigen, Unfairen und Niederträchtigen. Sie gehen mit sich selber hart ins Gericht, wenn sie auf ihrem Wege fehlen, üben Nachsicht bei den Fehlern ihrer Brüder.

Freimaurer sind Hoch- und Tiefbauer. Sie suchen den Grund in ihrem Herzen und bauen darauf. Sie sind überzeugt davon, dass die Liebe der Mörtel ist, der die einzelnen Bausteine zu einem Ganzen zusammenfügt und -hält.

Freimaurer werden kann man nur durch einen Akt freier Entscheidung.

Freimaurer sein kann man nur im Dialog.

Dazu Worte des dänischen Philosophen Sören Kierkegaard: "Die sittliche Wahl gibt dem Wesen eines Menschen eine Feierlichkeit, eine stille Würde, die er nie ganz verliert. Wenn rings alles still geworden ist, feierlich wie eine sternklare Nacht, wenn die Seele ganz mit sich selbst allein ist, dann tritt ihr gegenüber nicht ein ausgezeichneter Mensch, sondern die ewige Macht selbst, dann ist's, als ob der Himmel sich öffnet, und das Ich wählt sich selbst, oder vielmehr: Nimmt sich selbst in Empfang.

Dann hat die Seele das Höchste gesehen, was kein sterbliches Auge sehen, was nie vergessen werden kann; dann empfängt die Persönlichkeit den Ritterschlag, der sie für die Ewigkeit adelt."